Growth Mindset: Wie wir erfolgreich lernen?

„Unser Selbstbild entscheidet über unseren Erfolg.“ So lautet die Essenz aus der Studie zum Buch Mindset: The New Psychology of Success. Darin definiert und erklärt die Autorin und Psychologin Carol Dweck von der Stanford University Growth Mindset. Letztlich entscheidet nicht nur unser Talent über Erfolg oder Misserfolg in Schule, Beruf und im Leben, sondern auch und vor allem unser Selbstbild.

Growth Mindset vs Fixed Mindsetz (Carol Dweck) - Illustration by Jessica Ottewell

Bild von Wikimedia Commons, Jessica Ottewell

Was macht unser Selbstbild aus?

Unser Selbstbild entsteht aus der Summe unserer Erfahrungen und der Art und Weise, wie wir über uns denken:

  • Wenn wir eine positive Einstellung uns selbst gegenüber haben, können wir wachsen, neue Fähigkeiten erlernen und unser Wissen erweitern.
  • Wenn wir jedoch davon überzeugt sind, dass unser Können angeboren und unveränderlich ist, verhindern wir durch diese Denkweise unsere potenziellen Wachstumsprozesse.

Das Growth-Mindset und das Fixed-Mindset Modell sind solche archetypischen Denkweisen, die auf die Studie von Carol Dweck zurückgehen. Sie veranschaulichen im Wesentlichen, wie sich dynamische bzw. starre Denkstrukturen manifestieren und so zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung in Bezug auf unser Wachstum werden.

Growth-Mindset vs. Fixed-Mindset

Growth-Mindset – zu Deutsch wachstumsorientiertes Denken – meint einen dynamischen Ansatz in Bezug auf Talent und Erfolg. Dies steht im Gegensatz zu der starren Annahme, Fähigkeiten seinen gegeben und unveränderlich.

Wenn man von einem Fixed-Mindset ausgeht, glaubt man, dass Intelligenz, Talent und der daraus resultierende Erfolg determiniert sind: „entweder man hat es oder man hat es nicht“.  Im Umkehrschluss bedeutet diese Denkweise auch, dass fehlendes Talent zum Ausbleiben von Wachstum im Sinne von Weiterentwicklung führt. Schließlich wird dadurch eine weniger erfolgreiche Zukunft vorherbestimmt.

Verfolgt man eine wachstumsorientierte Perspektive in Bezug auf Fähigkeiten und Erfolg, so gibt es weder ein punktuelles noch ein generelles Scheitern oder Versagen. Es völlig normal vor, dass vor allem zu Beginn von etwas Neuem erste Versuche misslingen. Das Nicht-Gelingen wird jedoch als natürlicher und wesentlicher Teil des Wachstums- und Lernprozesses betrachtet. Ein punktuelles Nicht-Gelingen fördert sogar die Fähigkeit, lösungsorientiert zu denken. Und es steigert zusätzlich die Frustrationstoleranz sowie letztlich die Zufriedenheit mit dem eigenen Selbst.

Wie definiert sich Erfolg?

Mit dem Ansatz des Growth-Mindset, ist es möglich, negative Erfahrungen und Leistungen in etwas Positives umzukehren. Damit ist die Erkenntnis gemeint, dass negatives Wissen, d.h. zu wissen was falsch ist, auch eine Form von Wissen ist. Die Wertschätzung von gemachten Erfahrungen, gerade von vermeintlich negativen – etwas ist nicht gelungen, etwas ruft ein schlechtes Gefühl hervor – kann die Selbstwahrnehmung und damit das Selbstbild beeinflussen. Im Falle eines Nicht-Gelingens geht es um die innere Motivation, einen erneuten Versuch zu wagen. Dabei gilt es, die Angst vor dem Scheitern zu überwinden. Am Ende erfährt man ein Gefühl der inneren Stärke und Freude am Wachstum selbst, anstatt nur durch die Zielerreichung Befriedigung zu erlangen.

Was in der Säuglings- und Kleinkindforschung die Grundlage allen Lernens bildet, nämlich dass wir beim Hinfallen und Wiederaufstehen das Laufen erlernen, scheint im leistungs- und erfolgsorientierten Bildungssystem weniger Berücksichtigung zu finden. In der Schule werden Fehler immer noch mit schlechten Noten bestraft. Die führt letztlich dazu, dass Fehlermachen im Lernprozess negativ belegt ist und eben nicht als Teil des Wachstumsprozesses empfunden wird. In unserer Gesellschaft wird Erfolg eben noch gemessen und Leistung oft erst dann honoriert, wenn das vermeintliche Ziel erreicht ist.

Growth-Mindset und Formative Assessement

Das Growth-Mindset Modell lehrt uns, das starre Verständnis von Erfolg in Bildung und Beruf zu relativieren. Der Rückschluss, den wir aus unseren Fehlern ziehen, offenbart, wie wir über uns selbst denken. Machen wir diese Feststellung bei anderen Menschen, kann es ein entscheidender Anknüpfungspunkt sein, um ihr Potenzial freizusetzen.

Mitunter ist es die schiere Fülle aus Fakten und Prüfungen, die das eigentliche Lernen hemmt. Wir resignieren beim Lernen auch, weil unser negatives Selbstbild uns blockiert. Anstatt in der Schule immer mehr abzuverlangen, was ohnehin aufgrund der negativen Selbsteinschätzung nicht aufgenommen und geleistet werden kann, ist eine genaue Betrachtung des zugrunde liegenden Selbstbildes vielversprechend.

Das Formative Assessment (vgl. Björn Nölte) ist eine Form der Leistungsbewertung, die sich durch ihren prozesshaften Charakter vom traditionellen Bewertungsmodell unterscheidet. Lernende erhalten während der Bearbeitung Feedback und nicht erst nach Abschluss einer Aufgabe. So werden die Leistungen beim Formative-Assessment-Ansatz weder an einem objektiven Bewertungsschema noch an der Leistung anderer gemessen. Auf diese Weise ist die Reflexion der Bewertung und die Selbstwahrnehmung im Lernprozess auf das eigene Wachstum ausgerichtet.

Die strukturelle Einbindung von Feedback ist zur Realisierung dieser qualitativen Lernmethode essenziell notwendig. Das erhaltene Feedback wird gebraucht, um inhaltliche Richtungskorrekturen vorzunehmen und das methodische Vorgehen zu erlernen. Als feedbackgebende Person lernt man eine sachliche und analytische Perspektive einzunehmen. Gleichzeitig werden auch die Lernprozesse anderer Lernender erfahrbar. Und das Lernen wird nicht mehr verkürzt durch den Vergleich mit einer Notenskala betrachtet.

Fazit: Growth-Mindset, Fehlertoleranz und zeitgemäße Prüfungskultur

Individuelle Lernwege können die Akzeptanz und die Motivation von Lernenden steigern. Das so entstehende Selbstbild basiert dann auf der eigenen Wahrnehmung des Lernprozesses. Der alleinige Vergleich zu einem objektiven Maßstab oder gar zu den Leistungen anderer führt zu einer verkürzten Sicht auf das Lernen und schadet dem eigenen Selbstbild.

Damit wir alle aus unseren Fehlern lernen können, braucht es jedoch eine positive Fehlerkultur und Fehlertoleranz. Wenn wir jedoch bei der Vorstellung bleiben, dass Gelerntes in Kategorien von 1 bis 6 zu verordnen ist, scheitern wir schon bei den Grundvoraussetzungen. Lernen ist nicht nur Ergebnis, sondern auch ein Prozess. Um erfolgreich zu lernen, braucht man wechselseitiges Vertrauen, gute Beziehungen und eben ein Growth-Mindset.

Diese Transformation ist dabei nicht nur Aufgabe von klassischen Lernorten, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Hier sind auch Vorbilder gefragt, die den Mut haben, eigene Fehler anzuerkennen und als Lerngelegenheit zu nutzen. Viele Fragen zur konkreten Ausgestaltung sind noch zu klären. So beispielsweise die Frage nach einer angemessenen Prüfungskultur im Kontext von Growth-Mindset und Formative Assessement. Glücklicherweise entwickelt das neu gegründete Institut für zeitgemäße Prüfungskultur e.V. bereits grundlegende Ideen im Dialog mit Pädagog*innen, Schüler*innen und allen Interessierten. Mehr Infos finden Sie online unter pruefungskultur.de und auf Twitter @pruefungskultur.

Mut zur Lernlücke

Die „Lernlücken“-Debatte nach dem Corona-Schuljahr

Nicht nur das BMBF, die KMK oder der Deutsche Lehrerverband, auch mehrere Online-Nachhilfe-Unternehmen stimmen seit mehreren Monaten in die „Lernlücken“-Debatte ein. Das ist bei letztgenannten aus unternehmerischer Sicht nicht verwunderlich, bei den Bildungsverantwortlichen irritiert der Fokus auf die „Nachhilfemilliarde“. Wir bei Edkimo plädieren gerade in der Krise für Mut zur Lernlücke und dafür die Lernenden und das Erlebte in den Mittelpunkt zu stellen, um daraus echte und relevante Lernanlässe zu schaffen. Denn auch im anstrengenden Corona-Schuljahr wurde vieles gelernt!

Die Zahnfee und die kleine Maus

Lernlücke und Corona. Kind mit Zahnlücke als Symbolbild.
Bild von bigbear auf Pixabay.

Fällt Kindern ein Milchzahn aus, hinterlässt das zwangsläufig eine unangenehme Zahnlücke. Oft bringt eine magische Fee (oder in Frankreich die kleine Maus) ein Geschenk für die Kinder, um den Verlust erträglicher zu machen. Niemals würde es der Fee einfallen, die entstandene Lücke wieder aufzufüllen, sie mit einem Ersatzmilchzahn zu schließen. Mehr vom Gleichen bringt da wenig. Viel wichtiger ist es zuzuhören, anzuerkennen, Emotionen zuzulassen. Kommt Zeit – kommt Zahn, sozusagen: ein neuer, stärkerer, besser verwurzelter. Und zwar ganz von alleine. Die Lücke gilt es eine Zeit lang auszuhalten. Mit oder ohne Zahnfee sind die meisten Kinder sogar stolz darauf. Denn in der Zahnkrise haben sie gelernt, Ängste zu überwinden und Widrigkeiten zu ertragen. Sie sind gewachsen und stärker geworden. Das würdigt die Zahnfee, kein Kind braucht sie als Lückenfüller!

Stofflücken nicht Lernlücken

In der Corona-Krise haben sich die vermeintlichen „Lernlücken“ in den Diskurs um Schule und Bildung eingeschlichen. „Lücken“ die es zu schließen gelte. Kürzlich beschrieb Stephan Bayer vom Online-Nachhilfe-Unternehmen Sofatutor seine Vision im Zeit-Interview: Es gehe darum, „das Schulsystem in seine kleinstmöglichen Atome zu zersprengen und aus jedem Atom ein Lernvideo zu machen“. Das Wort „zersprengen“ ist in diesem Zusammenhang durchaus als deutsche Übertragung des Startup-Lieblingsbegriffs „Disruption“ zu verstehen, den Adrian Daub (What tech calls thinking) und Justin Reich (Failure to disrupt) ausführlich kritisiert haben.

Mit der Atom-Metapher sind wir sofort beim Stoff. „Lernlücken“ beschreiben in dieser Sichtweise im Grunde „Stofflücken“, Dinge die im letzten Jahr nicht explizit unterrichtet wurden. Lernlücken sind es jedoch nicht! Denn Lernen fand in dieser Zeit trotzdem statt! Das gilt es zunächst einmal ausführlich und explizit zu würdigen und anzuerkennen, ehe wir uns weiter über vermeintliche Lücken unterhalten. Dazu hilft es auch, in Anschluss an Justin Reich, das Lernen und die Digitalisierung unter dem Blickwinkel der Feuer-vs-Eimer-Metapher einzuordnen. Im Original-Zitat von Plutarch liest es sich so: „Menschen bilden bedeutet nicht, ein Gefäß zu füllen, sondern ein Feuer zu entfachen.“  Im Lückendiskurs werden nun eifrig Gefäße und Eimer gefüllt, auf die Gefahr hin, auch die kleinen Funken und das letzte Feuer zu löschen.

Unterrichten wir den Stoff oder die Lernenden

Die jahrzehntelange Gliederung des deutschen Schulsystems hat historisch eine bestimmte Haltung von Lehrkräften möglich gemacht oder sogar befördert. Manche Personen erinnern sich vielleicht noch an die eine oder andere Gymnasiallehrkraft, welche der Meinung war: „Ich unterrichte den Stoff, nicht die Lernenden“. Wer nicht mitkommt, geht eben an eine andere Schule! Zwanzig Jahre ist es nun her, dass der PISA-Schock das deutsche Bildungssystem von der Input-Steuerung („der Lehrplan“) auf Outcome-Steuerung („die Kompetenzen!“) umgestellt hat. Dennoch offenbart die „Lernlücken“-Debatte, dass wir immer noch reflexartig auf den Stoff und den Lehrplan fokussieren, wodurch wir zwangsläufig Lücken sehen, die es zu schließen gilt (oder Eimer zu befüllen).

In einem ungegliederten Schulsystem oder an einer Gesamtschule mit heterogenen Lernvoraussetzungen ist diese Haltung zwangsläufig zum Scheitern verurteilt. Hier gilt das Motto: „Ich unterrichte die Lernenden, nicht nur Stoff“, die Menschen stehen im Mittelpunkt. Wer so denkt, sieht natürlich auch Lücken, erkennt darüber hinaus aber auch unglaublich viele Lerngelegenheiten und Lernansätze. Der Fokus liegt auf dem Lernen – nicht auf der Lücke!

Was denken die Lernenden

Ein solcher Perspektivwechsel von der Lücke zum Lernen gelingt am einfachsten, wenn Lehrkräfte ganz einfach die Lernenden befragen, zuhören, neugierig sind und die Anstrengungsbereitschaft, die Motivation und das Durchhaltevermögen anerkennen: Was habt ihr gelernt im letzten Jahr? Was war gut? Was kam zu kurz? Was nehmt ihr mit? Das wird dabei helfen, die Funken zu entdecken, um ein großes Feuer zu entfachen und das Lernen gemeinsam zu gestalten. Wir haben dazu eine anonyme Schülerbefragung durchgeführt, die man leicht auch mit der eigenen Klasse als Diskussionsanlass nutzen kann.

Anstrengendes Schuljahr verdient kein Nachsitzen sondern erholsame Ferien

Wenn jetzt einige Bundesländer (z.B. Hessen) Online-Nachhilfe einkaufen, um Lernlücken zu schließen, dürfte sich das für viele der Lernenden wie Nachsitzen anfühlen. Ein dermaßen anstrengendes Corona-Schuljahr verdient unserer Meinung nach Anerkennung und erholsame Sommerferien, keine Strafmaßnahmen.

Fazit: die Grundfunktionen von Schule

„Die Kinder!“, „Das Leben!“, „Der Stoff!“ und „Die Abschlüsse!“ – so lauten die vier Grundfunktionen von Schule, die Jöran Muuß-Merholz in seinem lehrreichen Beitrag „Schule muss scheitern, wenn sie den Normalzustand simuliert“ überspitzt formuliert und zusammengetragen hat. Denn Schule erfüllt in allen hochentwickelten Bildungssystemen dieser Welt vier gesellschaftliche Funktionen, die es abzuwägen und in der Gesamtschau zu beachten gilt:

  1. Betreuung und Wohlbefinden („Die Kinder!“) Damit es Kindern gut geht und Erwachsene arbeiten gehen können.
  2. Sozialisation und soziales Leben („Das Leben!“) Damit Kinder auf das Leben und das Zusammenleben in der Gesellschaft vorbereitet werden.
  3. Bildungsziele und Curriculum („Der Stoff!“) Damit Kinder Kompetenzen, Wissen, Fertigkeiten und Einstellungen erlernen.
  4. Bewertung und Selektion („Die Abschlüsse!) Damit Kinder Prüfungen ablegen und Abschlüsse erlangen als Eintrittskarte für weiterführende Schulen oder Karrierewege.

Alle vier Ziele sind durch die Schulschließungen im zurückliegenden Corona-Schuljahr deutlich zu kurz gekommen. Und genau dieser Sachverhalt wurde von Lehrenden, Lernenden und Eltern mehrheitlich und einvernehmlich als anstrengende Stresssituation empfunden. Die fatale Verkürzung der Krise auf „den Stoff!“, damit letztlich „die Abschlüsse!“ sichergestellt werden, stellt eine defizitäre Sicht auf das Lernen und eine unnötige Verkürzung dar. Lasst uns gerade jetzt in dieser Krisensituation in der Corona-Pandemie „die Kinder!“ und „das Leben!“ in den Mittelpunkt stellen und alles andere darauf aufbauen.

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Warum wir Edkimo von Grund auf neu gestaltet haben

Seit Mai 2021 sieht Edkimo anders aus. Unsere digitale Plattform hat sich herausgeputzt: eine neue Website, eine neu gestaltete und modern strukturierte App und – nicht auf den ersten Blick sichtbar – eine vollständig neu geschriebene Software im Hintergrund. Heute berichten wir aus dem Gründerteam, warum wir Edkimo von Grund auf neu gestaltet haben und sagen Dankeschön an alle, die uns unterstützt haben!

Hurra! Die neue Edkimo-App ist da

„Hat Ihr Lehrer Sie in der Schule nach Ihrer Meinung gefragt?“ Diese Frage haben wir bei der ersten öffentlichen Präsentation unserer Feedback-Plattform Edkimo auf der Cebit 2015 in den Mittelpunkt gestellt. Und sie begleitet uns bis heute. Lernende – und insbesondere Schüler*innen – als Expertinnen und Experten für den eigenen Lernprozess ernstzunehmen, war uns Gründer*innen von Beginn an ein Herzensanliegen.

Sebastian, Ideengeber von Edkimo und selbst Bildungsblogger und Lehrer, hatte sich schon oft gefragt, wie der mühevolle Weg des Feedbacksprozesses per Papierfragebogen digital abgekürzt werden konnte. Mit Kai, Sozialwissenschaftler und Softwareentwickler, hatte er in verschiedenen Webprojekten schon zusammengearbeitet. Und mit Jessica als Journalistin und Medienpädagogin mit viel Erfahrung im Bildungssektor war das Team komplett. Gemeinsam bewarben wir uns 2014 bei der Leuphana Universität beim Gründungswettbewerb Leuphana Business Accelerator und bekamen den Zuschlag. Knapp ein Jahr später wurde die Edkimo GmbH als Spin Off der Leuphana Universität ausgegründet.

In den ersten Monaten nutzten nur wenige Lehrkräfte und Schüler*innen unser Tool aber wir glaubten fest an die Idee und entwickelten sie stetig weiter. Mittlerweile gibt es Landeskooperationen in Hamburg und Nordrhein-Westfalen und inzwischen wird Edkimo täglich von mehr als 10.000 Personen genutzt. Die Zeit war reif für ein grundlegendes Update.

Wir ermöglichen vielbeschäftigten Lehrkräften und Bildungsverantwortlichen im Schulalltag mühelos und zeitsparend Feedback, Partizipation und Evaluation in den Lernprozess zu integrieren. Immer häufiger nutzen uns auch Volkshochschulen, NGOs und Unternehmen. Bislang wurde das Tool nur aus dem Gründerteam heraus gestaltet und weiterentwickelt. Der Wunsch, das zu ändern bestand schon lange. Auch weil immer deutlicher wurde, wie herausfordernd es sowohl technisch und als auch gestalterisch ist, ein intuitiv zu bedienendes Feedback-, Statistik- und Evaluations-Tool zu entwickeln, das so aktiv wie Edkimo genutzt wird.

Unser Nutzer*innen, und insbesondere Lehrkräfte, sind keine homogene Zielgruppe, wie unsere Gründerin Jessica erst kürzlich auf der Bitkom Bildungskonferenz 2021 deutlich gemacht hat. Nimmt man etwa die Frage der Auswertungen, so gibt es viele Personen, die ansonsten keinen Kontakt mit Statistik und Diagrammen haben und die Ergebnisse einer Befragung trotzdem „auf den ersten Blick“ verstehen wollen. Andere wünschen sich eine detaillierte Darstellung oder sind als Team-Admin einer Schule dazu angehalten verschiedene Befragungen miteinander zu vergleichen und ggf. Rückschlüsse daraus zu ziehen und diese für die Schulleitung und das Kollegium aufzubereiten.

Im Gegensatz zu anderen Feedback- und Evaluationsinstrumenten war es für Edkimo von Beginn an das Ziel, statistische Erhebungen und Auswertungen niedrigschwellig, datensparsam, komplett anonym und selbsterklärend zu ermöglichen. Dieses Alleinstellungsmerkmal sollte erhalten bleiben.

Um Edkimo qualitativ weiterzuentwickeln wurde über den Designtransferbonus beim Land Berlin externe Unterstützung beantragt und im September 2020 bewilligt. Der Berliner UX/UI-Designer Don Ludwig unterstützte bis Jahresende das Kernteam mit seinem Know-how. Bei der Umsetzung neuer Design-Ideen haben Don und wir von Anfang an unsere Nutzer*innen mit einbezogen und gemeinsam das Erscheinungsbild der gesamten Plattform und App grundlegend neu konzipiert. (Hier geht’s zum ausführlichen Projektbericht Design Transfer Bonus.) Die Grafikerinnen Elina Arndt und Kristin Gerber haben die Idee des „Edkimo-Universums“ entwickelt und immer weiter ausgestaltet, so dass wir in der neuen App und auf unseren Social Media Kanälen nun eine einheitliche Bildsprache gefunden haben. Webdesigner Scott MacDonald setzte unsere neue Homepage um.

Bei der technischen Weiterentwicklung der Edkimo-App in der nächsten Wachstumsphase berät und unterstützt uns seit Anfang des Jahres Torsten Curdt als erfahrener Entwickler. Er hilft uns, Prozesse zu automatisieren, die Software-Architektur zu prüfen, zu skalieren und zukunftssicher zu machen. Unsere externe Datenschutzbeauftragte Katrin Similien berät Edkimo bei der DSGVO-konformen Weiterentwicklung der Software, schult das Team und überprüft regelmäßig unsere Maßnahmen zum Datenschutz. Und nicht zu vergessen unsere erste Startup-Mitarbeiterin Charlotta Wowtschuk: seit zwei Jahren der Dreh- und Angelpunkt für engagierten Vertrieb und vertrauensvollen Kundenservice. Vielen Dank an euch alle!

Gemeinsam freuen wir uns auf die nächste Etappe auf der Reise durchs Edkimo-Universum. Auch wenn sich manches in der ersten Zeit nach dem großen Update noch zurechtruckelt, sind wir doch recht stolz, es gemeinsam so weit geschafft zu haben. Ohne Euch Nutzerinnen und Nutzer wäre das nicht möglich gewesen! Über 60.000 Lehrpersonen an über 8.000 Schulen und Bildungseinrichtungen nutzen Edkimo. Über 2 Millionen Lernende haben schon mal über unsere App Rückmeldung gegeben. Über 10.000 Personen besuchen unsere Plattform jeden Tag, um das Lernen gemeinsam zu gestalten.

Viel Spaß beim Feedback mit Edkimo wünscht euch das Gründerteam!

Sebastian, Jessica und Kai

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Feuer entfachen oder Gefäße füllen: wie lernen wir am besten?

Beim Austausch mit verschiedenen Akteur*innen aus dem Bildungs-, Startup- und Forschungsbereich werden oft sehr unterschiedliche Grundhaltungen in Bezug auf das Lernen deutlich. Zum Beispiel erlebten wir dies bei der Tagung Quo vadis Forschung zu Schülerfeedback oder beim EdtechXEurope Startup-Pitch. Grundsätzlich lassen sich diese Unterschiede auf zwei Grundideen zuspitzen: „Das Entzünden eines Feuers oder das Füllen eines Eimers.“ Dies macht auch Justin Reich in seinem neuen Buch „Failure to disrupt“ deutlich.

Christopher CC BY 2.0 via Wikimedia Commons

Gefäße füllen oder Feuer entfachen

„Menschen bilden bedeutet nicht, ein Gefäß zu füllen, sondern ein Feuer zu entfachen.“ Diese Metapher ist über zweitausend Jahre alt und geht auf die antiken Denker Heraklit, Herodot, Aristophanes oder Plutarch zurück. Plutarch schreibt darüber in seinem Essay „Über das Zuhören“. Später wurde das Bild von Rabelais und Montaigne wieder aufgegriffen. Bis heute lässt sich das Spannungsfeld in der öffentliche Bildungsdebatte und bei den verschiedenen Edtech-Ansätzen auf diese beiden Grundhaltungen reduzieren. Justin Reich verdeutlicht dies in seinem Essay „Failure to disrupt“ anhand der amerikanischen Bildungsgeschichte.

Sozialer Konstruktivismus – Das Feuer

Die Anhänger des „Feuer“-Lagers halten sich an John Dewey (1859-1952), der feststellte: „Ich glaube, dass Bildung ein Prozess des Lebens ist und nicht eine Vorbereitung auf das zukünftige Leben.“ Lernen ist also für Dewey sozial situiert, Wissen wird durch Interaktion mit anderen konstruiert – und hört als Prozess nie auf. Eine Person erwirbt ein neues Verständnis auf der Grundlage des vorherigen Verständnisses im Kontext von Lerngemeinschaften. Forschende bezeichnen diese Idee als sozialen Konstruktivismus.

Instruktionismus – Der Eimer

Geht man jedoch von der Idee aus, dass Lernen darin besteht, einen bestehenden „Eimer“ mit Inhalt zu füllen, muss man zunächst messen, ob dieser zu einem bestimmten Zeitpunkt noch halbleer ist oder sich bereits zu füllen beginnt. Edward L. Thorndike (1874-1949) war der Überzeugung, dass Lernen genau beobachtet und gemessen werden kann. Thorndike war ein früher Entwickler und Befürworter von standardisierten Tests, Lehrbüchern und Intelligenztests. Man könnte diese standardisierte Herangehensweise an das Lehren und Lernen als Instruktionismus bezeichnen.

Grundhaltung wird offensichtlich

Die öffentliche Schule sowie neue Lerntechnologien, die im 20. und 21. Jahrhundert aufkamen, orientieren sich jeweils an einer dieser beiden Ideen – entweder sie entfachen im Sinne von Plutarch/Dewey das Feuer für das Lernen an sich, oder, – und das ist weit öfter der Fall -, sie befüllen einen imaginären Eimer mit Wissen und Kompetenzen und treten dabei in die Fußstapfen von Thorndike. Meist ist es eine Kompromisslösung und vielleicht ist es auch gut so. Eine Kombination aus beiden Ansätzen könnte eine Schule sein, bei der Wissen messbar angereichert wird, Gefäße gefüllt werden und gleichzeitig ein Feuer, eine Leidenschaft für ein Thema entfacht wird. Man sollte jedoch dringend darauf achten, dass die Funken oder das Feuer nicht mit dem Eimer wieder gelöscht werden.

Feedback ist nicht gleich Feedback

Nach der Lektüre von „Failure to disrupt“ lässt sich auch der Hauptunterschied von Edkimo zu anderen Feedback-Apps wie beispielsweise Feedbackschule genau in diesen beiden Ansätzen finden.

Edkimo setzt auf einen konstruktivistischen Ansatz mit erprobten und von Lehrkräften selbst erstellten Fragebögen. Wissen über guten Unterricht ist sozial situiert: in dieser Schule, in dieser Klasse, mit dieser Lehrkraft, zu dieser Zeit. Der Lernprozess wird durch eigene Fragen, Rückmeldungen und Interaktion der Beteiligten gemeinsam gestaltet.

Feedbackschule versucht Lehren, Lernen und Unterricht stärker zu vermessen. Und zwar mit validierten Bögen, die zunächst einmal die deutsche Übersetzung und Anpassung des amerkianischen Tripod-7C-Frameworks sind und damit direkt instruktionistisch motiviert („to capture essential elements of instructional practice“).

Feedback ist also nicht gleich Feedback, denn die Konsequenzen der unterschiedlichen Ansätze spiegeln sich auch in der Software-Entwicklung wider. Lehrkräfte und Schulen haben die Wahl und können für das Tool entscheiden, das am besten zu ihnen passt.

Sebastian Waack (8.1.2021)

Weiterlesen:

Wenn Sie mehr über den Edkimo-Ansatz erfahren wollen, melden Sie sich gerne bei uns unter 030-34060312 oder contact@edkimo.com.

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„Quo vadis Forschung zu Schülerrückmeldungen“ – Ergebnisse der Edkimo-Nutzerstudie vorgestellt

Am 23. und 24. September 2019 fand an der Universität Duisburg-Essen eine Bildungstagung mit dem Schwerpunktthema Schülerrückmeldung statt. Edkimo berichtete in einem Vortrag gemeinsam mit unserem Kooperationspartner QUA-LiS NRW die Ergebnisse einer Nutzerstudie sowie von den Erfahrungen bei der Implementation von digitalem Schülerfeedback im Unterricht.

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Die Organisatorinnen der Quo-vadis-Tagung in Essen (Foto: Edkimo)

Auf der Tagung in Essen trafen sich Expertinnen und Experten aus Deutschland und der Schweiz die mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen zum Thema Schülerrückmeldungen forschen und arbeiten. Wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Konzepte zur digitalen Bildung, Unterrichtsentwicklung und Lehrpersonenausbildung wurden vorgestellt.
Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner QUA-LiS NRW widmete wir den Vortrag den Gelingensbedingungen von Unterrichtsentwicklung durch digitales Schülerfeedback. Der Fokus lag auf der Entwicklung und Nutzung von Schülerbefragungen für die Berufspraxis von Lehrkräften und den Herausforderungen beim Transfer.
Der Vortrag bezog sich konkret auf die Ergebnisse unserer im Juni 2019 durchgeführten Nutzerstudie. Dabei baten wir alle Edkimo-Nutzer/innen um eine anonyme Rückmeldung zur Nutzung der Feedback-App in Ihrer Rolle als Lehrpersonen und Schulleitungen. Die Rückmeldungen von über 500 Personen ermöglichen einen genaueren Blick auf die Verwendung einer digitalen Feedback-App im Rahmen der Schul- und Unterrichtsentwicklung. Unsere Nutzerstudie erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität, liefert aber erste praktische Einblicke in das Nutzungsverhalten und dessen Einfluss auf die Unterrichtsqualität.

Edkimo-Nutzerstudie: Stichprobe (N=544)

Grundlage der Nutzerstudie bilden 544 Rückmeldungen von 11.259 angeschriebenen Personen, darunter 318 Lehrpersonen und 134 Schulleitungsmitglieder. Der Rücklauf liegt mit knapp fünf Prozent im Rahmen der üblichen Teilnahmequoten bei Online-Befragungen.
Die meisten Rückmeldungen kamen aus Nordrhein-Westfalen (N=427), aber auch alle anderen Bundesländer waren vertreten, sowie 12 Rückmeldungen aus dem Ausland.
Bei der Frage nach der beruflichen Funktion gaben 63% der Teilnehmenden an, Lehrkraft an einer Schule zu sein und 25% als Mitglied der Schulleitung zu arbeiten. Mehrfachnennungen waren möglich.
Prozentual verteilen sich die Rückmeldungen wie folgt auf die Schulformen: die meisten Teilnehmenden (29%) sind an einem Gymnasium tätig, gefolgt von den berufsbildenden Schulen mit 23%, den Grundschulen mit 15% und Gesamtschulen 14%. Die anderen Schulformen waren im einstelligen Prozentbereich vertreten.


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Edkimo-Nutzung: Art, Häufigkeit, Zielgruppe

Um das Nutzungsverhalten besser einschätzen zu können, wurden die beiden Teilstichproben „Lehrkräfte“ und „Schulleitung“ getrennt ausgewertet. Bei beider Teilnehmergruppen zeigte sich, dass Edkimo am häufigsten verwendet wird, um eigene Fragebogen-Vorlagen zu erstellen, häufig kommen aber auch standardisierte Vorlagen zum Einsatz bzw. werden modifiziert. Rund 6,3% der Lehrkräfte und 3% der Schulleitungsmitglieder gaben an, selbst erstellte Fragebogen-Vorlagen mit anderen Nutzer*Innen auszutauschen.
Rund zwei Drittel der Teilnehmenden gaben an, Edkimo bereits einige Male im Schul- und Unterrichtskontext verwendet zu haben. Eine von fünf Lehrpersonen sowie 1 von 10 Schulleitungsmitgliedern nutzen Edkimo sogar regelmäßig.
In der Stichprobe gaben über die Hälfte der Teilnehmenden (54,3%) an, Schülerfeedback mit Edkimo in der Sekundarstufe II einzusetzen. Rund ein Drittel nutzt Edkimo in der Sekundarstufe I und 7,4% in der Grundstufe.


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Transfer von Schülerfeedback

Das größte Transferpotential weisen die Bereiche Struktur, Schülerorientierung und Methoden auf. Rund ein Viertel der Befragten gab an, auf Grundlage des Schülerfeedbacks, Veränderungen an der Struktur Ihres Unterrichts vorgenommen zu haben, ein Fünftel der Befragten verstärkten durch das Feedback der Lernenenden die Schülerorientierung in Ihrem Unterricht. Mehr als 10 Prozent veränderten Unterrichtsmethoden und -inhalte. Erwartungsgemäß zeigten sich in den offenen Rückmeldungen auch kritischen Anmerkungen, insbesondere was die technische Infrastruktur in den Schulen betrifft.


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Eigene Vorlagen: Zielgruppe, Themen und Anlässe

Schließlich zeigte die Nutzerstudie die Bereiche, Themen und Anlässe auf, für die Lehrkräfte und Schulleitungen eigene Fragebogenvorlagen selbst entwickelt und eingesetzt haben. Aufgrund der Zielgruppenanalyse zeigt sich, dass Edkimo über das reine Schülerfeedback hinaus für viele verschiedene Kommunikations- und Entwicklungsprozesse innerhalb der Schule eingesetzt wird.
Die Vielfalt der Feedback-Anlässe wurde in offenen Rückmeldungen abgefragt, anschließend geclustert und die Kategorien als Wortwolke visualisiert, d.h. je größer ein Wort dargestellt ist, desto häufiger kam es vor.


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Lernsieg? Nein, danke!

Mitte November 2019 tauchte das Spickmich-Schreckgespenst wieder auf, diesmal verkleidet im App-Gewand unter dem Namen Lernsieg. Wie vor zehn Jahren bei „Spickmich“ rief auch „Lernsieg“ einen großes Medienecho hervor und wurde heftig diskutiert. Nach nur drei Tagen ist der Spuk vorerst vorbei und die App wieder offline.
Das Motto von Edkimo lautet: Lernen gestalten. Denn wir glauben, dass ein konstruktives, partizipatives und lernrelevantes Schüler-Lehrer-Freedback in einem geschützten Raum das Lernen und den Unterricht verbessern kann. Dazu haben wir 2014 an der Leuphana-Universität Lüneburg eine spielerisch einfache Feedback-App konzipiert, mit der Lehrkräfte ihre eigenen Fragebögen erstellen können, um von der Lerngruppe ein anonymes Feedback einzuholen. Alle Daten liegen in der Hand der Lehrperson, nur sie entscheidet, wer die Feedback-Ergebnisse sehen kann. Der eigene Datensatz kann jederzeit vollständig gelöscht werden. Die Aufbereitung der Ergebnisse erfolgt in Echtzeit und kann einen guten Einstieg in den Dialog über das Lernen und die gemeinsame Weiterentwicklung des Unterrichts bieten.
Die Lernsieg-App aus Österreich hat mit unserem Ansatz nichts gemein. Sie ist in erster Linie vergleichbar mit den Sterne-Bewertungs-Systemen und Ranglisten wie wir sie aus der Gig-Economy kennen, wo sich Taxi-Fahrer/innen, Freelancer/innen, Programmierer/innen, Reinigungskräfte, Vermieter/innen und Gäste mittlerweile alle in eine mehr oder weniger nichts-sagende Fünf-Sterne-Skala pressen lassen müssen, wohlwissend, dass bei weniger als fünf Sternen bereits die Alarmglocken läuten und entsprechende Konsequenzen drohen. Das gehört in unseren Augen grundsätzlich nicht in die Schule!
Von diesem Grundsatz abgesehen, ist auch die Umsetzung der sogenannten „anonymen“ Lernsieg-App sehr fragwürdig: was sich als kostenlose Feedback-App verkleidet, ist vor allem eine Telefonnummer-Sammelmaschine. Noch dazu handelt es sich um die Telefonnummern von der heiß begehrten Werbezielgruppe der Kinder und Jugendlichen. Dass die Handynummer als Authentifizierungsmerkmal nur bedingt taugt, zeigt sich schon daran, dass man nach dem SMS-Versand jede beliebige Schule und jede beliebige Lehrkraft bewerten kann.
Warum die Idee von Edkimo mit dem Lernsieg-Ansatz nichts zu tun hat, haben wir in der folgenden Grafik kurz gegenübergestellt.
Lernsieg-vs-Edkimo-Schueler-Lehrer-Feedback-App
Mittlerweile nutzen über 20.000 Lehrkräfte an über 4000 Schulen die Edkimo-App, um mit ihren Schülerinnen und Schülern in einem geschützten Raum über das Lernen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam den Unterricht zu verbessern und zu gestalten.
Wir freuen uns über Rückmeldungen, Fragen und Diskussionsbeiträge zum Thema unter lernsieg@edkimo.com.
 

EdTechXEurope 2019 – Startup Pitch

EdTechXEurope ist Europas größte Zusammenkunft zu Bildungstechnologien, die unter anderem einen Innovations-Wettbewerb für Startups in verschiedenen europäischen Städten veranstaltet. Edkimo hat es in die deutsche Vorauswahlrunde geschafft. Wir konnten mit fünf weiteren Startups aus dem Bildungsbereich unsere Idee vor Jury und Publikum in Berlin präsentieren.
edtechxeurope-2019-berlin-facebook-lernzentrum-potsdamer-platz_EDKIMO

Spielregeln

Bei EdTechXEurope hat jedes Startup fünf Minuten Zeit für den Pitch, um in wenigen Sätzen das Geschäftsmodell zu erklären und die eigene Motivation zu transportieren. Im Anschluss gibt es eine dreiminütige Fragerunde. Ein Sieger wird durch die Jury gekürt und gewinnt ein Ticket zur Teilnahme an der Finalrunde, die am 18. Juni 2019 in London stattfindet.

Pitch Competition Berlin

Die Berliner Veranstaltung von EdTechXEurope 2019 fand im Digitalen Lernzentrum von Facebook statt. Unser Team legte bei der Präsentation den Fokus auf die Fragestellung nach Gesprächsanteilen zwischen Schülern und Lehrern im Unterricht und stellte heraus, dass es nachweislich zu einer einseitigen Kommunikation auf Seiten der Lehrer kommt (vgl. Helmke 2015). Die Edkimo-App kann im Unterricht als Feedback-Instrument genutzt werden, um den Einstieg in eine Zweiweg-Kommunikation zu ermöglichen. Auf der Edkimo-Plattform haben Lehrkräfte mittlerweile über 10.000 eigene Fragebögen entworfen.
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Wer war dabei?

Mit uns angetreten sind zudem folgende Startups aus dem Bildungsbereich: Sdui (Schul-App), eKidz (Sprachlern Plattform), StudySmarter (Flashcards), 7fields (Coaching Service), Kiron (Lern- und Unterstützungs-Plattform für Geflüchtete).
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Jury und Gewinner

Die Jury bestand aus Vertretern erfolgreicher Bildungs- und Technologieunternehmen: Dr. Anja Hagen von education 360°, Josefine Kaul von Phorms Education, Beth Havinga von Connect Edtech und Juan Luis Vilchez von Amazon Web Services EdStart. Das Event wurde von Svenia Busson von LearnSpace organisiert und moderiert. Wir gratulieren den Gewinnern von StudySmarter und drücken Euch die Daumen für den Final Pitch in London!
Euer Edkimo-Team
 

Update: Fragebogen-Expertise teilen mit Edkimo

Wir glauben an die gemeinsame Expertise, an die Zusammenarbeit und an den Austausch von Lehrpersonen. Auch und vor allem dann, wenn es darauf ankommt, gute Fragebögen für den Schulalltag zu entwerfen, die helfen, den Unterricht zu verbessern und den Lernerfolg zu steigern.

Mittlerweile haben Lehrpersonen auf der Edkimo-Plattform über 12.000 eigene Fragebogen-Vorlagen zu unterschiedlichen Themen und Einsatzszenarien entwickelt. Seit dem Update im Mai 2019 können alle Edkimo-Nutzer/innen ihre selbst erstellten Fragebogen-Vorlagen direkt mit anderen Personen teilen.
Dazu klicken Sie im Edkimo-Vorlageneditor einfach auf den Button „Vorlage versenden“ und geben die E-Mail-Adresse der anderen Person ein. Anschließend erscheint die versendete Vorlage direkt im Edkimo-Konto der anderen Lehrperson zur weiteren Verwendung. Die unten dargestellten Screenshots geben einen schnellen Überblick über den Prozess in einer kurzen Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Viel Spaß beim Teilen, bei der Zusammenarbeit und beim Feedback!
Euer Edkimo-Team

Nach dem Edkimo-Update im Mai 2021 sieht die Oberfläche nun ein wenig anders aus. Ihr könnt natürlich weiterhin eure Vorlagen versenden.  Wie das funktioniert steht im neuen Edkimo-Help-Center.

Vorlage versenden: Schritt-für-Schritt

Edkimo-Vorlage versenden Schritt 1
Edkimo-Vorlage versenden Schritt 2
Vorlage versenden Schritt 3
Edkimo-Vorlage versenden Schritt 4

„Inspirierend“: Pädagogischer Jahrestag zum Thema Feedback

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Beim Pädagogischen Jahrestag an der Oberstufe Langenhorn in Hamburg arbeiteten am 28.03.2019 Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern gemeinsam zum Thema Feedback in der Oberstufe. Da Edkimo bereits seit einigen Jahren mit der Partnerschule Am Heidberg kooperiert, wurden wir gebeten einen kurzen Impulsvortrag zum Thema Feedback zur geben und die anschließenden Workshops zu begleiten.
Zunächst wurden mit einer Live-Feedback-Runde eine Bestandsaufnahme zum Thema „Unterrichtsfeedback in der Oberstufe“ durchgeführt, um die Lehrer- und Schülersicht miteinander vergleichen zu können.
Bei der anschließenden Kleingruppenarbeit erstellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt auf der Edkimo-Plattform Vorlagen für Feedbackbogen als Grundlage für die Weiterarbeit. Die Themen umfassten „Unterrichtsinhalte“, „Unterrichtsklima und Klassenzusammenhalt“, „Einsatz digitaler Medien“, „Klassenreise“, „Projektwoche“ und „Exkursion“. Die Ergebnisse der Kleingruppenarbeit wurden live in einem Etherpad dokumentiert und am Ende im Plenum kurz vorgestellt.
Besonders spannend war aus Edkimo-Sicht auch der von @Foorbie aufbereitete Vergleich mit den Feedback-Möglichkeiten innerhalb der Moodle-Plattform. Zum Schluss der Veranstaltung konnten wir die neue Wortwolken-Funktion der Edkimo-App in einer großen Gruppe im Live-Einsatz ausprobieren: „Bitte beschreiben Sie den Pädagogischen Jahrestag mit einem Wort“. Auch für uns war es eine inspirierende Veranstaltung, vielen Dank für die Einladung!
Mehr Informationen: www.oberstufe-langenhorn.de
 
edkimo-wortwolke-ergebnis-pjt-2019-hamburg
 
sebastian-waack-edkimo-workshop-vortrag-feedback-hamburg
 
edkimo-workshop-feedback-unterrichtsinhalt
 
 

Digitalpakt Schule 2019 – Tagesschau 1999

„Das Bildungssystem muss sich nachhaltig mit den neuen Medien. Der geübte Umgang mit Ihnen wird zu einer elementaren Kulturtechnik wie Lesen, Schreiben und Rechnen werden. Das ist eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Lebensgestaltung.“
Bundespräsident Roman Herzog am 17.3.1999

Der Digitalpakt Schule ist beschlossene Sache. Fast auf den Tag genau vor 20 Jahren berichtete die Tagesschau bereits über die Wichtigkeit der neuen „elementaren Kulturtechnik wie das Lesen, Schreiben und Rechnen“. Der damalige Bundespräsident Roman Herzog forderte auf der CeBIT 1999 einen offensiven Umgang mit den neuen digitalen Medien im Bildungssystem. Dies sei eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Lebensgestaltung.
▶▶ ab 9:50 min

Mittlerweile gibt es die CeBIT nicht mehr, unsere Handys sind wieder größer geworden und eCommerce-Seiten sehen nicht mehr aus wie Windows 98. Auch käme heute niemand auf die Idee, sein Tablet in der Tür einer Mikrowelle zu verbauen, um Bankgeschäfte in der Küche zu erledigen. Und die Schriftart Comic Sans konnte sich nicht als Tablet-Standardschriftart durchsetzen. Metalldosen sollte man damals wie heute nicht in der Mikrowelle erwärmen, schon gar nicht ungeöffnet (Fotos s.u.).
Der Umgang mit digitalen Medien ist mittlerweile zu einer elementaren Kulturtechnik wie Lesen, Schreiben und Rechnen geworden. Der geübte Umgang mit digitalen Medien ist jedoch noch immer nicht in allen Schulen möglich.
Mit dem Digitalpakt hat das Bildungssystem nach 20 Jahren endlich die Möglichkeit geschaffen, sich dieser Aufgabe zu stellen. Dabei ist es mittlerweile unerheblich, ob wir in diesem Zusammenhang von „müssen“, „sollen“, „können“ oder „wollen“ reden.
Wir wünschen allen Schulen viel Energie und viel Erfolg bei diesem Schulentwicklungsprozess!
Euer Edkimo-Team

Quellen

Video und Screenshots:
www.tagesschau.de/multimedia/video/video-514809.html
Redemanuskript des Bundespräsidenten 
www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Roman-Herzog/Reden/1999/03/19990317_Rede.html
Zum Digitalpakt und zur Beantragung der Fördermittel: 
www.bmbf.de/de/wissenswertes-zum-digitalpakt-schule-6496.html
 
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