Google Launchpad Berlin

Jeder Tag beim Google Launchpad fokussierte auf einen Bereich: Minimum viable product (MVP), user experience/user interface (UX/UI), Technologie, Marketing und Pitch-Training. Neben den sehr guten Einführungspräsentationen waren insbesondere die Einzel-Mentor-Phasen sehr hilfreich, um die eigene Gründungsidee zu hinterfragen und zu verfeinern. Insgesamt nahmen 15 Startups und 25 Mentoren teil. Und die Mentoren waren – anders als man vermuten könnte – in der Mehrheit keine Googler sondern geschäftserfahrene Experten in ihrem jeweiligen Bereich.

Aus Sicht der Startups bedeutete diese Woche einen extrem schnellen Lernzyklus, fokussierte Weiterarbeit an der eigenen Idee zusammen mit erfahrenen Mentoren und sichtbare Fortschritte jeden Tag. Vielen Dank an Dirk und Katha von Google, die dieses Event auf die Beine gestellt haben!

Was haben wir bei Google Launchpad gelernt?

Mehr als erwartet. Und es war noch dazu ganz anders als man sich einen Workshop bei einem der größten Technologie-Unternehmen der Welt vorstellt. Im Grunde brauchten wir nur Papier, Post-its und Stifte und kaum ein einziges Mal den Computer. Hier ist ein kurzer Überblick:

(1) Computer ausschalten, einen Schritt zurück treten

Dies Einsicht war in der Tat die Überraschendste für uns und vermutlich für viele Startups in der frühen Ideenfindungsphase. Allzu schnell lässt man sich in den Programmcode hineinziehen und verliert dabei schnell den Blick und die Zeit fürs große Ganze. Am Anfang geht es viel weniger um Debugging, Optimierung und Ergänzung des Programmcodes. Vor all diesen Tätigkeiten muss immer wieder die Frage stehen: Interessiert sich überhaupt jemand für das Produkt das wir bauen wollen? Wenn nicht, wäre jede Programmiertätigkeit verlorene Zeit und Energie.

(2) Annahmen testen

Als ein Startup in der Frühphase legt man der eigenen Idee viele unbegründete Annahmen zugrunde. Dies ist ganz natürlich, denn vermutlich baut ein Startup etwas, das die Welt so noch nicht gesehen hat und wovon man nicht wissen kann, wie zukünftige Kunden das Produkt nutzen werden. Ohne Hypothesen kommt man hier nicht weiter. Allerdings sollte man so früh wie möglich die eigenen Annahmen mit echten Personen testen. Wie das funktioniert? Ganz einfach: geht nach draußen und sprecht Leute an. Im Café, in der U-Bahn auf der Straße. Bittet sie um ihre Meinung zu eurer Ideenskizze, eurem Produkt. Das Ansprechen erfordert definitiv ein wenig Überwindung ermöglicht aber sehr frühes und extrem wertvolles Feedback. Andernfalls läuft man Gefahr, ein Produkt zu bauen, das am Ende niemand nutzen möchte.

(3) User experience (UX) 

Dies ist sicherlich eines der oft gebrauchten – und oft missbrauchten – Buzzwords im Startup-Bereich. Dennoch ist die zugrundeliegende Idee entscheidend für die Wahrnehmung des Produkts. Die Mentoren beim Google Launchpad betonten immer wieder eine klare Unterscheidung von User Experience und User Interface. Das letzte leitet sich in gewisser Weise „automatisch“ aus dem ersten ab. Wer seine zukünftigen Nutzer des Produkts gut kennt, wird ein Produkt und eine User Experience designen können, so dass sich die Nutzer gut fühlen mit dem neuen Produkt. Denn am Ende geht es eigentlich immer um das gute Gefühl.

(4) Marketing – von Anfang an

Niemand sollte erst ein Produkt bauen und mit dem Marketing beginnen, wenn alles fertig ist. Das ist definitiv zu spät. Marketing beginnt von Anfang an. Auch hier ist es entscheidend, seine Nutzer möglichst gut zu kennen und die Marketingstrategie für verschiedene Zielgruppen anzupassen und zu verfeinern. Wer sind die zukünftigen Nutzer? Wer wird für das Produkt bezahlen? Wie spricht man verschiedene Kundensegmente optimal an? Auf welchen Kanälen erreicht man die Nutzer?

(5) Datenschutz – Made in Germany

Das mantra der Datenschutz-Experten beim Google Launchpad lautete: „If you make it in Germany, you’ll make it in the world“. Dies scheint wie die Umkehrung des Leonard Cohen Songs „First we take Manhattan, then we take Berlin.“ In der Tat hat Deutschland eines der härtesten Datenschutzgesetze der Welt. Wer hier in Deutschland – oder generell in der EU – ein Produkt entwickelt, muss Datenschutz und Datensicherheit von Beginn an weit oben auf die Prioritätenliste setzen. Fragen, die dabei beantwortet werden müssen sind u.a.:

  • Welche Daten werden erhoben und zu welchem Zweck?
  • Braucht man diese Daten wirklich für das Funktionieren des Produkts?
  • Wie viele Datenpunkte sind vorhanden?
  • Wie kann man die Auflösung der Daten verringern?

Für ein erfolgreiche Produktentwicklung lohnt es sich, die Datenschutzgesetze gut zu kennen. Es ist auch anzuraten, frühzeitig mit den offiziellen Datenschutzbeauftragten in Verbindung zu treten, um sicherzustellen dass das zukünftige Produkt den (deutschen) Datenschutzstandards genügt.

Google Launchpad Vorträge

Minimum viable product (MVP) Präsentation von Daan Loening (kinderfee.de)

User Experience (UX) Präsentation von Jacob Greenshpan (www.uxux.co.il)

User Research Präsentation von Manuel Großmann (fuxblau.de)

Technology Präsentation von Jose L Ugia (@Jl_Ugia)

Pitch Präsentation von Bianca Preatorius (@bancia)

User Experience (UX) Präsentation von Fabian Hemmert (@fabianhemmert)

Marketing Präsentation von Frank Fischer (www.cu-0xff.de)

 

Google Launchpad Startups

Appizy – Convert spreadsheets into web-apps in 2 clicks.

Youvo – „I want to change the world! But I’m only good at Photoshop…“

Addsura – Pet insurance.

Simplora – Price comparison for online groceries.

AirMarkr – Draw in the air with a 3D mobile app.

itwiy – An app for cars and drivers.

Roomister – Short term office space.

kaputt.de – Repair your mobile phone.

timply – Personal tipster for your free time.

Skillndeal – Platform for creatives.

Sciencebite – Unlocking scientific know-how to solve technical challenges.

Edkimo – A fun, visual way to get feedback from students.

Uberchord – Personal guitar chord trainer.

ZENchef – It’s about cooking.

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