„Quo vadis Forschung zu Schülerrückmeldungen“ – Ergebnisse der Edkimo-Nutzerstudie vorgestellt

Am 23. und 24. September 2019 fand an der Universität Duisburg-Essen eine Bildungstagung mit dem Schwerpunktthema Schülerrückmeldung statt. Edkimo berichtete in einem Vortrag gemeinsam mit unserem Kooperationspartner QUA-LiS NRW die Ergebnisse einer Nutzerstudie sowie von den Erfahrungen bei der Implementation von digitalem Schülerfeedback im Unterricht.

Auf der Tagung in Essen trafen sich Expertinnen und Experten aus Deutschland und der Schweiz die mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen zum Thema Schülerrückmeldungen forschen und arbeiten. Wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Konzepte zur digitalen Bildung, Unterrichtsentwicklung und Lehrpersonenausbildung wurden vorgestellt.
Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner QUA-LiS NRW widmete wir den Vortrag den Gelingensbedingungen von Unterrichtsentwicklung durch digitales Schülerfeedback. Der Fokus lag auf der Entwicklung und Nutzung von Schülerbefragungen für die Berufspraxis von Lehrkräften und den Herausforderungen beim Transfer.
Der Vortrag bezog sich konkret auf die Ergebnisse unserer im Juni 2019 durchgeführten Nutzerstudie. Dabei baten wir alle Edkimo-Nutzer/innen um eine anonyme Rückmeldung zur Nutzung der Feedback-App in Ihrer Rolle als Lehrpersonen und Schulleitungen. Die Rückmeldungen von über 500 Personen ermöglichen einen genaueren Blick auf die Verwendung einer digitalen Feedback-App im Rahmen der Schul- und Unterrichtsentwicklung. Unsere Nutzerstudie erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität, liefert aber erste praktische Einblicke in das Nutzungsverhalten und dessen Einfluss auf die Unterrichtsqualität.

Edkimo-Nutzerstudie: Stichprobe (N=544)

Grundlage der Nutzerstudie bilden 544 Rückmeldungen von 11.259 angeschriebenen Personen, darunter 318 Lehrpersonen und 134 Schulleitungsmitglieder. Der Rücklauf liegt mit knapp fünf Prozent im Rahmen der üblichen Teilnahmequoten bei Online-Befragungen.
Die meisten Rückmeldungen kamen aus Nordrhein-Westfalen (N=427), aber auch alle anderen Bundesländer waren vertreten, sowie 12 Rückmeldungen aus dem Ausland.
Bei der Frage nach der beruflichen Funktion gaben 63% der Teilnehmenden an, Lehrkraft an einer Schule zu sein und 25% als Mitglied der Schulleitung zu arbeiten. Mehrfachnennungen waren möglich.
Prozentual verteilen sich die Rückmeldungen wie folgt auf die Schulformen: die meisten Teilnehmenden (29%) sind an einem Gymnasium tätig, gefolgt von den berufsbildenden Schulen mit 23%, den Grundschulen mit 15% und Gesamtschulen 14%. Die anderen Schulformen waren im einstelligen Prozentbereich vertreten.


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Edkimo-Nutzung: Art, Häufigkeit, Zielgruppe

Um das Nutzungsverhalten besser einschätzen zu können, wurden die beiden Teilstichproben „Lehrkräfte“ und „Schulleitung“ getrennt ausgewertet. Bei beider Teilnehmergruppen zeigte sich, dass Edkimo am häufigsten verwendet wird, um eigene Fragebogen-Vorlagen zu erstellen, häufig kommen aber auch standardisierte Vorlagen zum Einsatz bzw. werden modifiziert. Rund 6,3% der Lehrkräfte und 3% der Schulleitungsmitglieder gaben an, selbst erstellte Fragebogen-Vorlagen mit anderen Nutzer*Innen auszutauschen.
Rund zwei Drittel der Teilnehmenden gaben an, Edkimo bereits einige Male im Schul- und Unterrichtskontext verwendet zu haben. Eine von fünf Lehrpersonen sowie 1 von 10 Schulleitungsmitgliedern nutzen Edkimo sogar regelmäßig.
In der Stichprobe gaben über die Hälfte der Teilnehmenden (54,3%) an, Schülerfeedback mit Edkimo in der Sekundarstufe II einzusetzen. Rund ein Drittel nutzt Edkimo in der Sekundarstufe I und 7,4% in der Grundstufe.


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Transfer von Schülerfeedback

Das größte Transferpotential weisen die Bereiche Struktur, Schülerorientierung und Methoden auf. Rund ein Viertel der Befragten gab an, auf Grundlage des Schülerfeedbacks, Veränderungen an der Struktur Ihres Unterrichts vorgenommen zu haben, ein Fünftel der Befragten verstärkten durch das Feedback der Lernenenden die Schülerorientierung in Ihrem Unterricht. Mehr als 10 Prozent veränderten Unterrichtsmethoden und -inhalte. Erwartungsgemäß zeigten sich in den offenen Rückmeldungen auch kritischen Anmerkungen, insbesondere was die technische Infrastruktur in den Schulen betrifft.


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Eigene Vorlagen: Zielgruppe, Themen und Anlässe

Schließlich zeigte die Nutzerstudie die Bereiche, Themen und Anlässe auf, für die Lehrkräfte und Schulleitungen eigene Fragebogenvorlagen selbst entwickelt und eingesetzt haben. Aufgrund der Zielgruppenanalyse zeigt sich, dass Edkimo über das reine Schülerfeedback hinaus für viele verschiedene Kommunikations- und Entwicklungsprozesse innerhalb der Schule eingesetzt wird.
Die Vielfalt der Feedback-Anlässe wurde in offenen Rückmeldungen abgefragt, anschließend geclustert und die Kategorien als Wortwolke visualisiert, d.h. je größer ein Wort dargestellt ist, desto häufiger kam es vor.


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Gute Fragebogen für den Schulalltag!

Die Psychometrie versucht, Dinge wissenschaftlich messbar zu machen.

Edkimo hilft, den Lernprozess in der Schulpraxis diskutierbar zu machen.

1. Warum bietet Edkimo erprobte Fragebogen?

Wir sind der Überzeugung, dass Lehrpersonen und Lernende die eigentlichen Expertinnen und Experten für den Unterricht sind. Sie wissen als Gruppe oft selbst am besten, was im Lernprozess gut funktioniert und an welchen Stellen es noch hakt. Die Herausforderung im System Schule besteht darin, dieses Wissen auch nutzbar zu machen. Dafür müssen die Beteiligten in einen ehrlichen Dialog über das Lernen treten – ohne Angst vor Fehlern oder schlechten Noten. Dies zu ermöglichen ist das Ziel der Feedback-App Edkimo.
Lehrpersonen haben im Unterrichtsalltag zwischen Curricula, Kompetenzentwicklung, Beziehungsaufbau und Prüfungen oftmals zu wenig Zeit, um Feedback-Prozesse anzustoßen, geschweige denn eine komplette Feedback-Schleife zu durchlaufen: Fragebogen entwerfen, Daten erheben, Daten eingeben, Daten auswerten, Ergebnisse grafisch aufbereiten und diskutieren, um schließlich gemeinsam Maßnahmen festzulegen – das erfordert einfach viel Zeit und Arbeit.
Mit Edkimo vereinfachen und beschleunigen wir diesen Prozess und ermöglichen Feedback in Schule und Unterricht dadurch oft erst. Das Angebot von vorgefertigten und erprobten Fragebogen-Vorlagen ist dazu ein erster Schritt, um die Eingangshürde für Lehrpersonen so niedrig wie möglich zu halten.

2. Wie erstellt Edkimo erprobte Fragebogen?

Bei Edkimo stellen wir unseren Nutzerinnen und Nutzern verschiedene schulformspezifische, gut formulierte und erprobte Fragebogen als Vorlagen zur Auswahl bereit. Unser Fokus ist dabei in erster Linie nicht der psychometrische „Test“ – „ein wissenschaftliches Routineverfahren zur Erfassung eines oder mehrerer empirisch abgrenzbarer psychologischer Merkmale mit dem Ziel einer möglichst genauen quantitativen Aussage über den Grad der individuellen Merkmalsausprägung.“ (Moosbrugger/Kelava 2012). Vielmehr geht es uns um gute, schulpraktische „Fragebogen“ (z.B. nach Porst 2013), die einen Dialog zwischen Lernenden und Lehrpersonen auf der Grundlage von anonymisierten Rückmeldungen zu wenigen, gut gestellten Fragen ermöglichen.
Erprobte Fragebogen sind vom Edkimo-Team gemeinsam mit Lehrpersonen, Pädagog/innen und Sozialwissenschaftler/innen erstellte Kurzfragebogen mit 10 bis 15 Fragen, die von unseren Pilotschulen im Unterrichtseinsatz erprobt wurden. Anschließend haben wir diese Fragebogen verbessert, an die verschiedenen Schulformen angepasst und übersetzen lassen. Heute können die Nutzer von Edkimo im In- und Ausland aus verschiedenen Vorlagen auswählen und damit Befragungen in ihrer Klasse oder Lerngruppe durchführen.

3. Was sind erprobte Fragebogen?

Unsere Fragebogen-Vorlagen stellen wir als Anregung unter der Creative Commons Lizenz frei zur Verfügung (z.B. hier). Wir verkaufen keine Fragebogen und nutzen die in den Befragungen erhobenen Daten nicht für weitergehende Forschungszwecke. Wir beraten und unterstützen Schulen und Lehrpersonen bei der Formulierung und Erstellung eigener schulspezifischer Fragebogen.
Dieses Angebot wird ergänzt durch eigene, von den Lehrpersonen erstellte Fragebogen. Denn wie wir sehr schnell gelernt haben, wollen Lehrpersonen nicht nur fertige Vorlagen verwenden, sondern auch ihre eigenen Fragen formulieren, die genau zu ihrem Unterricht, zur eigenen Schule und zur eigenen Klasse passen. Deshalb bieten wir unseren Nutzer/innen die Möglichkeit, im „Vorlageneditor“ sehr schnell eigene Fragebogen zu erstellen und sofort als Umfrage zu starten. Mittlerweile wurden bereits über 5.000 Fragebogen von Lehrpersonen selbst entwickelt. Diese sind besser und passgenauer, als es ein externes Expertenteam jemals realisieren könnte. Insofern dienen unsere „erprobten“ Kurzfragebogen vor allem als Beispiel und niedrigschwelliger Einstieg für einen Feedback- und Dialog-Prozess mit dem Fokus auf den Lernprozess. Sie zeigen auf, wie es mit wenigen Fragen gelingen kann, einen tiefergehenden Dialog über den Lernprozess in Gang zu setzen.
Andere Tools bieten andere Möglichkeiten – angefangen von Sefu, Emu, Grafstat, Feedbackschule, Smart Response, Moodle, IQES, Office365, Google Classroom, Plickers, Mentimeter, Surveymonkey, Limesurvey, Kahoot, Visible Classroom usw. mit unterschiedlich gelagerten Vor- und Nachteilen für Feedbackprozesse im Schulalltag.
Edkimo unterscheidet sich durch die Grundhaltung, Lehrende und Lernende als Expertinnen und Experten für den eigenen Lernprozess hundertprozentig ernst zu nehmen. Unser Feedback-Tool ist nicht oberflächlich-spaßig aber auch nicht bitter-ernst, es bleibt nicht beim Smiley-Chat, wird aber auch nicht zur wissenschaftlichen Testung. Am besten einfach einmal ausprobieren: app.edkimo.com/signup
Viel Spaß beim Feedback!
 

Über den Autor
Sebastian Waack ist Mitgründer von Edkimo. Er arbeitet in Teilzeit als Lehrkraft für Physik an der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli in Berlin. Zuvor entwickelte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kiel und am IQB Berlin Testitems für die Bildungsstandards Mathematik und den Einbürgerungstest. Seit 2012 betreibt er die Internetseite zur Hattie-Studie visible-learning.org

Fragebogen in der Praxis: Weniger Fragen, mehr Zeit für die Diskussion

Ein Praxisbericht von Sebastian Waack: Der Mitgründer von Edkimo arbeitet als Lehrer für Physik an der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli und war zuvor an einem Gymnasium in Berlin/Neukölln tätig.

Im Rahmen der Bildungsforschung habe ich mich mit tausenden Testfragen bei der Präpilotierung, Pilotierung und Normierung bei großen Vergleichsstudien beschäftigt (z.B. im Rahmen von Bildungsstandards, Einbürgerungstest, COACTIV-R). Jahre später widerfuhr mir ein persönliches Aha-Erlebnis beim Einsatz eines Fragebogens im realen Unterrichtsalltag einer siebten Klasse. Während die Psychometrie versucht, Dinge meßbar zu machen, um sie zu analysieren, schien mir fortan wichtiger, Dinge diskutierbar zu machen, um sie tatsächlich verändern zu können.

1. Fragebogen

Nachdem es in einer schwierigen 7. Klasse wieder einmal unruhig wurde und die Schülerexperimente im Physikraum eigentlich kurz vor dem Abbruch standen, kam mir die Idee, die Schüler selbst zu fragen, wie es Ihnen in dieser lauten, unruhigen Situation ergeht. Dazu schrieb ich einfach folgende drei „Fragen“ an die Tafel und bat um eine anonyme und ehrliche Rückmeldung. Plötzlich war es still und alle schrieben eifrig auf ihr Papier:

  • Der Unterricht macht mir Spaß, wenn…
  • Ich lerne in Ihrem Unterricht etwas, wenn…
  • Ich langweile mich in Ihrem Unterricht, wenn…

Natürlich durfte im Eifer dieser Stunde auch das testtheoretisch eher schlechte „Klassiker-Item“ zum „Spaß im Unterricht“ nicht fehlen (vgl. Wisniewski/Zierer 2018, S. 89). Die Frage hatte aus schulpraktischer Sicht im Verlauf der Unterrichtsstunde, in der Dramaturgie des Fragebogens und der avisierten Ergebnisdiskussion jedoch durchaus ihre Berechtigung. Die Ergebnisse wurden von mir anschließend mit einigem Zeitaufwand vom Papierbogen in Excel übertragen und mit Wordle für die Schülerinnen und Schüler gut lesbar aufbereitet („je größer ein Wort ist, desto häufiger habt ihr es genannt“). Am nächsten Tag startete ich die Stunde mit dem Feedback-Gespräch.

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Schülerfeedback 1

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Schülerfeedback 2

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Schülerfeedback 3

2. Feedback-Gespräch

Für die Lerngruppe und mich waren die Ergebnisse verblüffend, denn eigentlich nahmen wir den Unterricht ähnlich wahr, saßen sozusagen längst in einem Boot, ohne es zu wissen. Denn ohne dass ich danach gefragt hatte, wurde die Lautstärke als Einflussfaktor in fast jeder Schülerantwort thematisiert: langweiliger Unterricht war „laut“, Unterricht der Spaß machte und bei dem viel gelernt wurde, war „leise“.
Nach der gemeinsamen Diskussion und Interpretation der Ergebnisse dienten uns die Wortwolken in Form eines Plakats an der Wand sozusagen als partizipative Klassenregeln, die auch Wochen später noch durch einfachen Fingerzeig aktiviert werden konnten.
Nachdem ich tausende Testitems erstellt bzw. überarbeitet hatte, erfuhr ich mit nur 3 Fragen das erste Mal die eigentliche Wirkung von Feedback im Lernprozess: meine Schüler/innen veränderten durch das Feedback und das anschließende Gespräch in wenigen Minute  den Unterricht stärker, als in einer ganzen Stunde „Klickarbeit“ vor einem validierten Fragebogen mit 85 Fragen im staatlich bereitgestellten Evaluationsportal möglich wäre, das ich im Vorjahr einmal ausprobiert hatte.
Weniger ist also manchmal mehr! Ein spontaner Kurzfragebogen, der zur gegenwärtigen Unterrichtssituation passt, kann in den Fluss der Unterrichtsstunden eingebunden werden und mitunter mehr bewirken, als ein standardisierter, statistisch validierter Fragebogen, der möglicherweise am Wesentlichen vorbei geht.
Mittlerweile sind einige Jahre vergangen und mit Edkimo gestalten viele Lehrkräfte ihre eigenen Fragebögen. Mehr als 5000 von Lehrkräften selbst erstellte Vorlagen sind dabei bislang entstanden. Probieren Sie es auch einfach einmal aus: app.edkimo.com/signup
Viel Spaß beim Fragenstellen, viel Spaß beim Feedback!
 

Über den Autor
Sebastian Waack ist Mitgründer von Edkimo. Er arbeitet in Teilzeit als Lehrkraft für Physik an der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli in Berlin. Zuvor entwickelte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kiel und am IQB Berlin Testitems für die Bildungsstandards Mathematik und den Einbürgerungstest. Seit 2012 betreibt er die Internetseite zur Hattie-Studie visible-learning.org

Schülerfeedback zum Ausprobieren und Mitmachen

„Europa für Niedersachsen – Europa für dich!“:  Das war das Motto der Niedersächsischen Staatskanzlei auf der IdeenExpo 2015. Bereits zum fünften Mal fand vom 04.07.2015 ­ bis 12.07.2015 die Mitmach- und Erlebnisveranstaltung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene auf dem Messegelände in Hannover statt. Mit Spiel, Spaß und Interaktion konnten sich über 350.000 junge Besucherinnen und Besucher für Wissenschaft und Technik begeistern.
Die Niedersächsische Staatskanzlei präsentierte an ihrem Stand sieben spannende EU-geförderte Projekte des Bundeslandes, die von den jungen Besuchern in einer Stand-Rallye kennengelernt und ausprobiert werden konnten. Mit dabei war auch unsere Feedback-App Edkimo, die 2014/15 im Rahmen des Innovations-Inkubators an der Leuphana Universität Lüneburg EU-Fördermittel erhalten hat.
Edkimo zeigte mit Schulbank und WLAN wie das digitale Klassenzimmer schon heute funktionieren kann. Neben Fragebögen und kreativen Feedback-Methoden zum Ausprobieren, konnten die jungen Besucher auch den „Europa für Niedersachsen“-Stand und die vorgestellten Projekte beurteilen.
Anlass zum Staunen und Entdecken boten Fotos zum Mitnehmen in einem elektrisch betriebenen Gyrokopter  und eine Labyrinthfahrt mit einem Treckersimulator. Auch das Rauchhaus der Firma Stöbich Brandschutz GmbH aus Goslar, das Modell eines Nahwärmenetzes der Hochschule Hannover, der Berufseignungstest mit Nähmaschinen des Pro­Aktiv­Centrums Osterode oder das Moorlabor des Tagungshauses Bredbeck des Landkreises Osterholz waren Magneten für aktives Mitmachen und Erleben. Zusätzlich gab es reichlich zu gewinnen. Den Hauptgewinn, eine viertägige Reise nach Brüssel, gewann die Klasse 9.3 der Oberschule Lachendorf.
Der Stand der Niedersächsischen Staatskanzlei auf der IdeenExpo 2015 machte deutlich, dass EU­-Förderung einen positiven Einfluss auf Leben und Arbeit für jeden Einzelnen in Niedersachsen haben kann. Mit Information und Spaßfaktor wurden viele neue Fans für Europa gewonnen, Neugierde und Verständnis für die EU-­Förderprogramme geweckt und ganz nebenbei vermittelt, wie wichtig die EU-­Förderung für die Landesentwicklung in Niedersachsen ist. Mit rund 20.000 Standbesuchern wurden alle Beteiligten für ihr Engagement mehr als belohnt.
Wir freuen uns schon jetzt auf die IdeenExpo 2017!
Übrigens: Auch die Presse berichtete über Edkimo auf der IdeenExpo 2015. Lesen Sie hier den Artikel in der Hannoverschen Allgemeinen vom 3. Juli 2015.

Schülerfeedback mit Edkimo

„Nach dem ersten Ausprobieren der Feedback-App habe ich einmal nachgesehen, wie viel Arbeit ich bisher in die Auswertung und Visualisierung von Papier-Feedbackbögen gesteckt habe. Mehr als einmal pro Kurs ist im Halbjahr nicht zu machen gewesen. Diese Zeit kann ich jetzt für Schüler aufwenden und kann es nahezu beliebig oft einsetzen. Das wäre für das kommende Schuljahr großartig.
Die Schülerinnen und Schüler melden mir zurück, dass sie keine Probleme mit der Nutzung haben. Die Möglichkeit auf diesem Weg schätzen sie sehr. Besonders wichtig für die Schülerinnen und Schüler ist es, dass die App wenig Aufwand für sie bedeutet. Das Ausfüllen ist zeit- und ortsunabhängig und die Schüler schätzen die Anonymität. Handschriften verraten eben doch den Schüler – das ist bei der Edkimo-Lösung (ohne Login) ausgeschlossen. Die Kommentare im Schülerfeedback sind entsprechend ehrlich und direkt.
Die Auswertung kann eigentlich unmittelbar nach dem Feedback gemeinsam betrachtet werden. Wenn es mir wichtig ist, kann die Besprechung noch in der Stunde selbst erfolgen. Der zeitliche Abstand ist damit sehr klein und die Schülerinnen und Schüler müssen nicht über eine Befragung von vor zwei Wochen sprechen.“
Rückfragen an Jan Wicke auf Twitter: @HenningHB
Sie wollen Edkimo selbst ausprobieren und von Ihren Erfahrungen berichten? Schreiben Sie uns an contact@edkimo.com.

5 Tips für Feedback im Unterricht

1. Ihre Schüler wissen es am besten

Gehen Sie nicht davon aus, dass Sie schon vorher wissen, was Ihre Schüler wollen. Und gehen Sie nicht davon aus, dass Dinge die andere Schüler in anderen Klassen glücklich gemacht haben, auch mit Ihren neuen Schülern in der neuen Klasse funktionieren werden. Lehrer tendieren dazu, Verbesserungen sehr generell anzugehen. Zum Beispiel auf Grundlage eines Buches oder einer Fortbildung. Für die Unterrichtsentwicklung ist ein konkreter, situativer Ansatz viel wirkungsvoller. Benutzen Sie Schülerfeedback, um den Unterricht in dieser konkreten Klasse zu verbessern.

2. Starten Sie eine anonyme Umfrage

Zuerst müssen Sie herausfinden, welche Aspekte des Lernens und des Unterrichts für Ihre Schüler in dieser Klasse am wichtigsten sind. Aber wenn Sie Ihre Schüler direkt fragen, werden Sie nur selten eine offene und ehrliche Antwort bekommen. Eine Online-Umfrage ist hier hilfreich, da diese völlig anonym durchgeführt werden kann. Niemand hat Angst, eine schlechte Note zu bekommen. Sie bekommen als Lehrperson wertvolles Feedback zum Unterricht aus Sicht der Lernenden.

3. Holen Sie sich Feedback zu Themen, die Schülern wichtig sind.

Ihre Umfrage sollte Punkte umfassen, die von Ihren Schüler als wirklich relevant für das eigene Lernen in der Klasse wahrgenommen werden. Dazu könnten beispielsweise Fragen zum respektvollen Umgang, Lernmotivation, Lehrer-Schüler-Beziehung, Klassenklima, Fehlertoleranz, Wertschätzung von Schülerantworten usw. gehören. Achten Sie dabei auf die Diskrepanz zwischen Ihrer eigenen Wahrnehmung und der Schülerrückmeldung. Fragen Sie sich und Ihre Schüler, wie sie gemeinsam an einer Verbesserung des Unterrichts arbeiten können.

4. Planen Sie voraus und fokussieren Sie.

Obwohl Sie Ihre Schüler nach einer Rückmeldung zum Lehren und Lernen in der jeweiligen Klasse fragen, sollten Sie schon im Vorfeld Handlungsmöglichkeiten für die Weiterarbeit reflektieren. Bevor Sie die Umfrage starten, lohnt es sich kurz darüber nachzudenken, welche Änderungen möglich sind. Dies wird davon abhängen welche Aspekte des Fragebogens von Schülern als besonders positiv, besonders wichtig oder besonders negativ eingeschätzt werden. Nach der Umfrage sollten Sie sich auf zwei bis drei kritische Punkte konzentrieren und gemeinsam mit den Schülern unmittelbar daran weiterarbeiten.

5. Fragen Sie nicht nach Dingen, die Sie nicht ändern können.

Wenn Sie wissen, was Sie fragen möchten, sollten Sie auch klären, was nicht in den Fragebogen gehört. Es ist keine gute Idee, nach Dingen zu fragen, von denen Sie im Vorfeld wissen, dass beispielsweise die Schulordnung oder der Lehrplan eine Veränderung der Situation verhindern. Denn die Befragung Ihrer Schüler zum Unterricht ist mit dem impliziten Versprechen verbunden, dass Sie etwas an der Situation ändern wollen und können. Deshalb gilt: Fokussieren Sie auf das Lernen der Schüler und ihr eigenes unterrichtliches Handeln, um das beste aus dem Schülerfeedback herauszuholen. So können Sie den Unterricht wirksam verbessern und den Lernerfolg erhöhen.

Welche Erfahrungen habe Sie mit Schülerfeedback gemacht?

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