„Inspirierend“: Pädagogischer Jahrestag zum Thema Feedback

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Beim Pädagogischen Jahrestag an der Oberstufe Langenhorn in Hamburg arbeiteten am 28.03.2019 Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern gemeinsam zum Thema Feedback in der Oberstufe. Da Edkimo bereits seit einigen Jahren mit der Partnerschule Am Heidberg kooperiert, wurden wir gebeten einen kurzen Impulsvortrag zum Thema Feedback zur geben und die anschließenden Workshops zu begleiten.
Zunächst wurden mit einer Live-Feedback-Runde eine Bestandsaufnahme zum Thema „Unterrichtsfeedback in der Oberstufe“ durchgeführt, um die Lehrer- und Schülersicht miteinander vergleichen zu können.
Bei der anschließenden Kleingruppenarbeit erstellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt auf der Edkimo-Plattform Vorlagen für Feedbackbogen als Grundlage für die Weiterarbeit. Die Themen umfassten „Unterrichtsinhalte“, „Unterrichtsklima und Klassenzusammenhalt“, „Einsatz digitaler Medien“, „Klassenreise“, „Projektwoche“ und „Exkursion“. Die Ergebnisse der Kleingruppenarbeit wurden live in einem Etherpad dokumentiert und am Ende im Plenum kurz vorgestellt.
Besonders spannend war aus Edkimo-Sicht auch der von @Foorbie aufbereitete Vergleich mit den Feedback-Möglichkeiten innerhalb der Moodle-Plattform. Zum Schluss der Veranstaltung konnten wir die neue Wortwolken-Funktion der Edkimo-App in einer großen Gruppe im Live-Einsatz ausprobieren: „Bitte beschreiben Sie den Pädagogischen Jahrestag mit einem Wort“. Auch für uns war es eine inspirierende Veranstaltung, vielen Dank für die Einladung!
Mehr Informationen: www.oberstufe-langenhorn.de
 
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Neue Technik, neues Lernen?

Führt die Einführung neuer Techniken zu neuen Formen des Lehrens und Lernens? Um die Antwort vorwegzunehmen: Es ist niemals die neue Technik alleine, es geht immer darum, wie sie von den Beteiligten eingesetzt wird. Und es lohnt sich, die Thematik stets von beiden Seiten zu beleuchten: Wie kann man neue Technik für den Lernprozess nutzen? UND Wie kann man Lernprozesse in neue Technik integrieren?.


Der Vortrag im Einzelnen

I. Neue Technik: Das sind die Trends.

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  1. Soziale Netzwerke.
    • Chancen: Kursleiter finden: LinkedIn/Xing vs. Lebenslauf. Lehren/Lernen: Sprachen lernen, Hausaufgaben, Kollaboration. Kommunikation: Außendarstellung, Werbung.
    • Bedenken: Rasend schnelle Entwicklung. Netzwerk der Zielgruppe finden und passenden Ton treffen. Datenschutzproblematik.

  2. Mobile Learning
    • Alles wird kleiner, jüngere Generation nur mobil online.
    • Chancen: Lernen unterwegs (#mobilelearning). Bring your own device (#BYOD). Mobile first, mobile only. Apps.
    • Bedenken: Ständige Erreichbarkeit. Online- und Offline-Phasen ausgewogen gestalten. Handys auch ausschalten.

  3. Suchmaschinen
    • Suchen & Finden
    • Wissen vs. Information
    • Copy & Paste

  4. Smartboards
    • Fortbildung der Lehrpersonen ist entscheidend.
    • Sonst bleibt ein Smartboard eine Tafel.

  5. Internet der Dinge
    • Immer mehr und immer verschiedenere Geräte gehen ins Internet
    • Früher nur PCs, dann Laptops, dann Handys
    • Heute auch Armbänder, Uhren, Schuhe, Brillen
    • Zukünftig: Türen, Heizungen, Lampen, Küchengeräte
    • Bedenken: Updates beim Ofen nicht vergessen!

  6. MOOCs
    • Massive Open Online Courses
    • VHS ist dabei: www.vhsmooc.de
    • Vorteile: Kosteneffizienz, gute Lehrer, Ortsunabhängigkeit
    • Bedenken: Aufmerksamkeit, Konkurrenz im Internet, geringe Abschlussquoten, Zertifizierung?

  7. OER
    • Open Educational Resources
    • freie Lern- und Lehrmaterialien
    • Vorteile: Kostenlos, frei verfügbar und offen zugänglich
    • Bedenken: Qualität der Materialien

  8. Flipped Classroom
    • Grundprinzip: „Hausaufgaben“ und aktives Üben finden im Unterricht statt. Neue Themen werden alleine zuhause per Video erlernt.
    • Vorteile: eigene Lerngeschwindigkeit, Unterstützung beim aktiven Anwenden des Gelernten

  9. Gamification
    • Übertragung von Game-Prinzipien in spielfremde Kontexte
    • z.B. Lernen: game-based Learning
    Quest2Learn, Schulversuch in New York, dessen Curriculum komplett auf Spielen basiert

  10. Hole in the Wall
    • Kindern in armen Regionen Zugang zu Bildung zu ermöglichen
    • Minimally invasive education: eigenständiges Lernen am Computer in unüberwachter Umgebung


II. Neues Lernen: Das sagt die Forschung.

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Erkenntnisse der Hattie-Studie im Kontext der Erwachsenenbildung
“Hatties Arbeiten ermöglichen einen nie erreichten breiten Überblick zu fast allen Themen der Bildungs-­‐ forschung auf den Stufen Kindergarten bis Universität und reichen damit sogar ein Stück in das Erwachsenenlernen hinein.” (Beywl/Schmid 2013)
Was wirkt sich positiv auf den Lernerfolg aus? (Auswahl)

  1. Leistungshomogene Lerngruppen (d=0.12)
  2. Kleinere Lerngruppen (Klassengröße) (d=0.21)
  3. Erwartungen der Lehrenden an die Lernenden Sebastian Waack (d=0.43)
  4. KooperaLve Lernformen vs Einzelarbeit (d=0.59)
  5. Feedback zum Lernen (d=0.73)
  6. Klarheit der Lehrperson (d=0.75)
  7. Erwartungen der Lernenden (d=1.44)

Mehr dazu: www.visible-learning/hattie-rangliste
Zentrale Botschaft der Hattie-Studie
“Auf die Lehrenden kommt es an.” D.h. Lehrende und deren unterrichtliches Handeln sind zentrale Ursachen erfolgreichen Lernens. Reformen im Bereich der Unterrichtsentwicklung sind wirksamer als Strukturreformen. Häufiges Missverständnis: Nicht der einzelne Lehrende, sondern die Lehrenden!
Im VHS-Kontext: „Auf die Kursleitenden kommt es an.“ Vgl. dazu Nuissl/Siebert (2013): „Für die Teilnehmenden sind wir die VHS. Die Bildungsinteressierten melden sich in der Volkshochschule immer häufiger online an, so dass die erste Person, die die Teilnehmenden als Repräsentanten der Volkshochschule wahrnehmen, der Kursleitende ist.”
Kritik an der Hattie-­Studie
• „Heiliger Gral? Endgültige Antworten liefert auch Hattie nicht, die Suche geht weiter.” (Terhart)
• „Man kann aus Testdaten und auch aus Meta­‐Analysen, die darauf aufbauen, keine Politik “ablesen”. (Lind)
• „Jede Situation ist ein neuer Fall und bedarf einer eigenen Einschätzung. Durchschnittsbefunde liefern hilfreiche Hypothesen aber keine Vorschriften.” (Brügelmann)
• Mehr dazu: https://www.visible-learning.org/kritik
 

III. Neue Didaktik: Die Zusammenschau.

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Webbasiertes Lernen (d=0,18)
“Eine Vielzahl von Lehrenden ist mit vielen Teilen dieser Welt weniger vertraut als die Lernenden.” (Hattie 2013, S. 268)
Interaktive Lernvideos (d=0,52)
„Die Effekte sind größer, wenn Videos als Ergänzung statt als Ersatz des normalen Unterrichts genutzt werden.” (Hattie 2013, S. 269)
Simulationen und Spiele (d=0,33)
• Relativ alte Studien (1980/90).
• Simulationen und Spiele: Lernen an einem vereinfachten Modell (z.B. Rollenspiele) vgl. Hattie 2013, S. 271.

Wie kann man mit Computern effektiv lernen?

  1. Wenn es eine Vielzahl an Lehr-­Lern-­Strategien gibt: Nicht mehr vom gleichen, sondern etwas anderes.
  2. Wenn Dozenten den Umgang mit Computern als Lehr‐Lern-­Werkzeug erlernen: Ein Smartboard ohne Schulung bleibt eine Tafel.
  3. Wenn es mehr Lerngelegenheiten gibt: z.B. für bewusstes Einüben, für mehr aktive Lernzeit.
  4. Wenn die Lernenden Kontrolle über ihr Lernen erhalten: nicht (nur) die Lehrenden, nicht das Computer-­System.
  5. Wenn Peer-­Lernen und Feedback optimiert werden: Zweier‐Gruppen effektiver als Gruppenarbeit. Peer/Gruppenlernen ist effektiver als Einzellernen. Lernrelevantes Feedback wirkt.

Fazit: Und die VHS?

„Für die Teilnehmenden sind wir die VHS.“ Nuissl/Siebert (2013)
= „Auf die Lehrenden kommt es an.” John Hattie (2013)
• Deshalb Räume, Zeiten, Werkzeuge für den Austausch der Kursleitenden schaffen und nutzen.
• Neue Technik alleine bringt wenig. Fortbildung der Kursleitenden ermöglichen.
• Fokus auf das Lehren und Lernen, nicht auf die Technik.
• Wie kann man neue Technik für den Lernprozess nutzen?
• Wie kann man Lernprozesse in die neue Technik integrieren?

Der Vortrag zum Download auf Slideshare

Stimmen der Teilnehmer/innen zur Veranstaltung